Thriller
Kein Agent TQ Krimi!
Schwarze Tränen (Thriller 318 Seiten)
Kurzinfo:
Schwarze Tränen: Ein junger Mann schleppt sich mit letzter Kraft in die Notaufnahme eines Krankenhauses. Bewusstlos bricht er zusammen, ohne jemals wieder zu erwachen. Er hat den Tod im Gepäck. Rasend schnell verbreitet sich die tödliche Krankheit. Die Ärzte sind ratlos!
Kapitel 1 "Der Bote des Todes"
Es war Sonntag und der letzte Tag eines Stadtfestes. Nur wenig Feiernde bevölkerten zu dieser Stunde noch die Straßen. Ab und zu hörte man das ausgelassene Lachen von Jugendlichen, Betrunkene lungerten auf den Gehsteigen herum.
Auf einem Parkplatz versuchte ein Mann verzweifelt einzuparken. Obwohl nur wenige Autos abgestellt waren, fiel es dem Lenker schwer, sein Fahrzeug ordnungsgemäß abzustellen. Die Turmuhr des Doms schlug gerade ein Uhr nachts. Der kräftige Schlag der Kirchenuhr rüttelte den Mann wach. Mühsam zwängte sich der junge Fahrer aus seinem Auto und versuchte zitternd, es abzusperren. Als er den Autoschlüssel abziehen wollte, fiel dieser zu Boden und kam unglücklicherweise unter dem Fahrzeug zu liegen. Wie in Zeitlupe bückte sich der junge Mann und griff unter sein Fahrzeug. Eine Übelkeit überkam ihn, gefolgt von einem heftigen Hustenreiz. Der Anfall zwang ihn, einige Zeit auf dem Boden liegend auszuruhen, um wieder zu Kräften zu kommen. Ein Schüttelfrost überfiel ihn, in seinem Kopf hämmerte es. Angetrieben durch den massiven Luftmangel und die Angst zu ersticken, schleppte er sich keuchend vorwärts. Immer wieder musste er stehen bleiben, um nach Luft zu ringen. So elend hatte er sich noch nie gefühlt.
Der Gedanke, wo er sich diesen hartnäckigen grippalen Infekt eingefangen hatte, obwohl er sich jedes Jahr gegen Influenza impfen ließ, quälte ihn.
Er spürte, wie das Fieber ihm die Sinne zu rauben drohte und ihn in eine Art Trance versetzte. Eine innere Kraft trieb ihn vorwärts. Schwerfällig wie ein Greis bewegte er sich in Richtung des nahen Krankenhauses. Seine fiebrig glänzenden Augen erblickten in einiger Entfernung undeutlich verschwommene Lichter.
Endlich, das Krankenhaus, dachte er erleichtert.
Ein junges Pärchen, das ihn von der gegenüber liegenden Straßenseite entgegenkam, hielt ihn für einen betrunkenen Obdachlosen, der im Delirium zu seinem Unterschlupf torkelte. Sie machten sich noch über ihn lustig.
»He Alter! Hast wohl zu tief ins Glas geschaut!«, rief der Mann ihm lachend zu.
Panik trieb den Erkrankten auf die Lichter zu. Sein Körper signalisierte ihm, dass er sich nicht mehr lange auf den Beinen halten konnte.
Ein Rettungswagen dröhnte mit Sirene und Blaulicht an ihm vorbei und raste die Auffahrt zur Notaufnahme des Klinikums hinauf. Ein ins Koma gefallener Teenager wurde zur Notaufnahme gefahren. Als der Rettungswagen zurück zum nahe gelegenen Stützpunkt fuhr, nahmen die Sanitäter keine Notiz von dem torkelnden Mann, denn schon wurde der nächste Einsatz über Funk gemeldet. Jeder Schritt bewirkte einen heftigen Schmerz in der Leistengegend, und der Weg in das rettende Krankenhaus wurde zur Tortur. Eine der Neonlampen des Schildes mit der Aufschrift
NOTAUFNAHME
war defekt, die Anzeigetafel flackerte gespenstisch in der Nacht.
Als er sich wankend bis zur automatischen Schiebetüre der Notaufnahme geschleppt hatte, fuhr eine Rettung mit Blaulicht vor und hielt vor dem beleuchteten Eingangsportal. Sanitäter sprangen, ohne auf ihn zu achten, aus dem Fahrzeug, öffneten die rückwärtige Türe und zogen geübt eine Bahre aus dem Fond des Wagens. Hastig schoben sie eine Patientin durch die automatische Eingangstüre.
»Haben Sie die Personalien und die E-Card der Patientin?«, fragte Theresa Brandt, die Angestellte an der Notaufnahme.
»Ja, hier!«, antwortete einer der Sanitäter und gab ihr die Patientenunterlagen.
Sie gab Daten auf dem Computer ein und reichte dem Sanitäter ein Identifikationsarmband mit den Worten:
»Hier, befestigen Sie es bitte an der Patientin!« Der Sanitäter nahm das Kunststoffband und befestigte es am Handgelenk der nunmehr aufgenommenen Frau.
»Bringen Sie die Patientin sofort zur Erstuntersuchung«, befahl Theresa Brandt.
Routiniert eilten die Sanitäter zum Aufzug, dessen Tür bereits geöffnet war.
In der Zwischenzeit hatte sich der junge Mann bis zur Eingangstüre der Notaufnahme geschleppt. Gerade als der Bewegungsmelder der Schiebetüre ihn registrierte und diese öffnete, stolperte er und fiel der Länge nach zwischen die beiden geöffneten Glaselemente.
Monoton versuchte die Elektronik, die Türelemente zu schließen. Als diese jedoch den regungslosen Körper berührten, öffnete der Sicherheitsmechanismus die Schiebeelemente erneut.
Erst jetzt bemerkte Theresa, aufgerüttelt durch das Öffnen und Schließen der Automatiktür, den am Boden liegenden Mann.
»Sie brauchen keine Angst zu haben. Hilfe ist schon unterwegs!«, rief sie dem Gestürzten zu. Sofort alarmierte Theresa einige Pfleger, die zur Eingangstüre eilten, um den Mann zu bergen.
In der Zwischenzeit hatte die Elektronik der Automatiktür einen Alarm ausgelöst und die Türelemente weit geöffnet.
Regungslos lag der Mann am Boden, seine Augen angsterfüllt, er rang nach Luft, sein Gesicht nahm eine bläuliche Färbung an.
»Können Sie mich hören?«, fragte ein Krankenpfleger.
Mühsam versuchte der Mann, dem Pfleger durch Handzeichen zu verstehen zu geben, dass er schwere Atemprobleme hatte. Dieser rannte zu einer an der Wand montierten Notfallsausrüstung. Behutsam drückte er ihm die Sauerstoffmaske auf den Mund. Sofort löste sich die Verkrampfung des vom Ersticken bedrohten Mannes.
Als der Krankenpfleger die Atemmaske vom Gesicht des Mannes entfernte, bäumte sich dieser schmerzverzerrt auf und hustete Blut, das tropfenförmig Wand und Boden bespritzte.
Der ebenfalls herbeigeeilte Assistenzarzt Weber rief:
»Los! Auf die Bahre mit ihm! Bringen Sie ihn in den Untersuchungsraum 1.«
Ein weiterer zur Hilfe herbeigerufener Pfleger hob mit seinem Kollegen den Mann, der nur noch röchelte, auf die Bahre.
»Ich brauche seine Personalien, bevor Sie ihn mitnehmen!«, rief Theresa Brandt.
»Keine Zeit, es geht um Leben und Tod!«, erwiderte Assistenzarzt Weber und befahl: »Los Männer, in den Lift mit ihm!«
Geistesgegenwärtig zückte Theresa ihr Handy und machte ein Foto von dem unbekannten Patienten. »Für alle Fälle, für die Akten!«, rechtfertigte sie sich.
Gerade noch rechtzeitig, denn die Pfleger eilten mit der Bahre bereits den Gang entlang zum Lift.
»Frau Brandt, war das der Patient, der zusammengebrochen ist?«, fragte der nun ebenfalls eingetroffene Assistenzarzt Burkhard.
»Ja! Schauen Sie sich diese Schweinerei an …«
Die Krankenhausangestellte zeigte mit ihrem Finger auf die Blutlache am Boden und die Blutspritzer an der Wand.
Doktor Burkhard schüttelte missbilligend den Kopf und fragte: »Wo bringen sie den Patienten hin?«
»Soweit ich weiß, in den Untersuchungsraum 1.«
Doktor Burkhard bedankte sich und verschwand in Richtung Lift.
Theresa versuchte, jemanden von der Haustechnik zu erreichen, der sich um die Inbetriebnahme des automatischen Eingangsportals kümmerte.
In der Zwischenzeit waren die Pfleger mit dem Patienten im Untersuchungsraum angekommen. Sie hoben den Bewusstlosen behutsam auf den Behandlungstisch. Vorsichtig öffnete Assistenzarzt Weber das blutbespritzte Hemd, um den Kranken zu untersuchen.
Er schüttelte verwundert den Kopf: »Der Patient ist glühend heiß!« Einer herbeigeeilten Krankenschwester befahl er: »Sonja, überprüfen Sie bitte seine Temperatur. Ich schätze, so wie er sich anfühlt, muss er über neununddreißig Grad Fieber haben.«
Mit stoischer Gelassenheit stellte Schwester Sonja mit einem Temperaturscanner, den sie vorsichtig in das Ohr des Patienten drückte, seine Temperatur fest. Als sie auf das Display blickte, erschrak auch sie: »Neununddreißig Komma neun!«
Sonja starrte auf das Thermometer und schüttelte ungläubig den Kopf. »Obwohl er glühend heiß ist, hat er diese blasse Hautfarbe. Er wirkt irgendwie blutleer — und was sind das für fahle Flecken auf seiner Haut? So etwas habe ich in Zusammenhang mit hohem Fieber noch nie gesehen …«
»Ja! Die sind mir auch schon aufgefallen«, antwortete Doktor Weber nachdenklich.
Doktor Burkhard war ebenfalls in den Untersuchungsraum gekommen und begann, mit seinem Stethoskop den Brustkorb des Patienten abzuhören.
»Seine Atemgeräusche gefallen mir überhaupt nicht. Wenn wir nichts unternehmen, wird er ersticken.«
»Das hohe Fieber muss runter!«, rief Doktor Weber besorgt.
»Wir sollten ihm Vankomyzin verabreichen«, schlug Doktor Burkhard vor und eilte zum Arzneimitteldepot. Er entnahm Antibiotika und injizierte sie dem jungen Mann.
»Dieses teure Medikament?«, fragte Doktor Weber.
»Wir haben keine Wahl! Hier haben wir keinen Spielraum für Experimente.«
Schwester Sonja, die dem Patienten die Stirn kühlte, meldete: »Seine Atmung setzt aus!«
»Er muss schleunigst an das Beatmungsgerät!«, ordnete Doktor Weber an. Es dauerte einige Zeit, bis der Patient mit dem Beatmungsroboter künstlich beatmet wurde. Nach einiger Zeit stellte Weber überrascht fest:
»Das Fieber sinkt trotz Vankomyzin nicht. — Merkwürdig!« Besorgt blickte er auf den Patienten. »Das habe ich noch nie beobachtet. Diese fahle Gesichtsfarbe gefällt mir überhaupt nicht, zumal er dieses hohe Fieber hat. Da stimmt doch etwas nicht …«
Fragen zu "Schwarze Tränen"
- Welcher Erreger bedroht die Menschheit?
- Ist der Mann Opfer eines BIO-Terroranschlages?
- Was hat die CIA mit dem Virus zu tun?
- Ist der Klimawandel schuld?
- Nur zögernd wird Seuchenalarm ausgelöst. Rasch stößt das Gesundheitswesen an seine Belastungsgrenze.
- Zu spät, denn der absolut tödliche Erreger reist bereits erster Klasse um die Welt ...






